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BABENHAUSEN. Eine ungewöhnliche
Musiker-Karriere im Hobby-Bereich hat
Norbert Kern hinter sich. Er wurde in
Hergershausen für 50 Jahre Musikmachen
geehrt, obwohl er erst 55 Jahre alt ist. Die
Turngau-Vorsitzende Dolores George zeichnete
ihn mit einer silbernen Ehrennadel aus. Und
die Leiterin des Hergershäuser
TV-Blasorchesters, Christel Winter, hatte
noch ein Geschenk des gesamten Orchesters
und des Vereins parat.
Norbert Kern, das dienstälteste Mitglied im
Orchester des TV Hergershausen, stammt aus
dem Babenhäuser Stadtteil, wohnt seit der
Heirat mit seiner Monika aber in Wiebelsbach.
Obwohl Norbert Kern nun schon seit 37 Jahren
im Groß-Umstädter Stadtteil lebt, ist er
doch dem TV und dem Orchester in seiner
ehemaligen Heimatgemeinde treu geblieben,
beteiligt sich regelmäßig an den
Übungsstunden im Hergershäuser Bürgerhaus
und trompetete vor kurzem beim
Weihnachtskonzert in Hergershausen mit.
Begonnen hatte die Musikerlaufbahn für
Norbert Kern noch bevor er in die
Volksschule ging beim damaligen
Spielmannszug, bei dem Wilhelm Seiler
Stabführer war. Der hatte den am
Hergershäuser Dalles aufgewachsenen Jungen
und mit ihm noch andere angesprochen und in
den Spielmannszug des Turnvereins
eingereiht.
Norbert Kern lernte die Trommel rühren. Da
musste in den Proben auch schon mal ein
Stuhl zum Üben herhalten. Und die Jungs
mussten Briketts oder Holz mitbringen, damit
der kalte Saal eines Gasthaus etwas für die
Übungsstunden geheizt werden konnte. Sein
Vater, der eine kleine Landwirtschaft
betrieb, ließ dem kleinen Norbert ziemlich
freie Hand, soweit es um das Musizieren
ging.
Norbert Kern lernte später die Fanfare
spielen, stieg dann schließlich auf die
Trompete um, zumal sich der einstige
Spielmannszug nach und nach zum heutigen
Blasorchester entwickelte, vor allem auch
durch den Einsatz von Lothar Winter, dem
Cousin von Norbert Kern. Zeitweise spielte
Kern die erste Trompete. „Als aber eines
Tages Karl Kreim, der damalige Leiter des
Orchesters, zu mir sagte, Du spielst beim
Konzert bei der ‚Post im Walde‘ das Solo,
haben mir doch etwas die Knie gezittert“,
erinnert sich Norbert Kern. Doch Kreim habe
nur knapp erklärt: „Du hast ja noch viel
Zeit zum Üben.“ „Und es klappte dann
wirklich“, erinnert sich Norbert Kern, der
heute noch schmunzelt, wie er als junger
Musikant seine Monika in Wiebelsbach kennen
lernte.
Damals war er mit dem Hergershäuser
Spielmannszug bei einem Fest in Wiebelsbach
zu Gast. Und dort war seine spätere Freundin
und Frau bei den Festdamen. Und weil er als
Musiker doch schon etwas von Schwung und
Takt verstand und tanzen konnte, schnappte
er sich eben die Festdame Monika und
wirbelte sie herum. „Ja, so war das damals“,
erinnert sich Norbert Kern, der etwas stolz
darauf ist, dass einer seiner Söhne so
richtig das Schlagzeugspielen gelernt hat
und einer Band angehört, im Notfall auch
beim Blasorchester einspringt, wo sein Vater
die zweite Trompete spielt.
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